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Bandworkshop im Linienbus PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 27. November 2009

Sonnabend, 28.11.2009 - ab 13:00 Uhr an der Bushaltestelle in Zerpenschleuse

Chorin (mw) (MOZ)

Die Omis wollen weiter, aber Enkel Lenny (4) will nicht mit. Da kann der Einkauf von Cornelia Kiel noch so drängeln, der Hund von Sylvia Rensch sich noch so auf den Auslauf freuen. Auf dem Ohr ist der Kleine gerade"taub". Wie oft kommt es schließlich vor, dass in Chorin eine Band spielt? Dass Lenny auf dem Schoß des Schlagzeugers sitzen darf und nach Herzenslust auf die Becken trommeln kann? Eben.

Am Mittwoch nahm die "Bushaltestellentour - ein Bandworkshop für Unbeleckte" in dem sonst eher stillen Örtchen ihren Anfang. Um 16 Uhr parkte der umgebaute Linienbus mit allerlei Instrumenten, Tontechnik und drei Musikern an Bord im Dorfzentrum. "Bei uns gibt es einen kompletten Bandworkshop. Mitmachen kann jeder. Vorkenntnisse an Instrumenten sind nicht nötig. Wir wollen über die Musik mit Jugendlichen in Kontakt kommen", nennt Ronald Thiele das Anliegen. Der Mann mit Cap, Dreitagebart und rundgerandeter Brille arbeitet für "Outreach", ein Projekt der mobilen Jugendarbeit Berlin. Zusammen mit dem Rockmobil Barnim und dem "Exil" aus Eberswalde hat der Berliner die drei geplanten Touretappen im Landkreis vorbereitet. Der"Lokale Aktionsplan Barnim, der Kreis und die Initiative "Vielfalt tut gut" der Bundesregierung unterstützen die Aktion.

Die Idee dahinter: Der umfunktionierte Bus steht in Dörfern, in denen sonst nicht viel für Jugendliche passiert. "Da wollen wir mal die Bushaltestelle rocken." Ronald Thieme federt im Takt der Musik. In Berlin läuft das Projekt seit Juni. Und wird "super angenommen." Das Gute daran: "Wir brauchen nur einen leeren Raum, alles andere haben wir mit."

Im Bus ist es laut geworden. Die Punkrockband "Klartext" aus Eberswalde überbrückt die Zeit, bis die ersten Musizierwilligen kommen. "Wir machen das gerne", sagt Schlagzeuger Lars Kroll. "Musik ist eine Perspektive für Jugendliche, ein Mittel, den sonst verbreiteten Freizeitbeschäftigungen - Alkohol, Drogen, Diebstähle - entgegen zu wirken."

Die ersten Gäste sind Dirk Zoschke (40) und Sohn Hendrik (9). Sie sind aus Eberswalde angereist, um Schlagzeug zu spielen und weil sie die Aktion gut finden. "Barnim muss bunter werden. Wir brauchen nicht nur Helga und Klaus zur Unterhaltung, sondern was für die Jugend."

Unterdessen füllt sich der Bus. Victor (9), Niclas (9) und Lenny haben sich neben Lars Kroll und sein Schlagzeug gequetscht. Victor darf zuerst an die Stöcker. "Eins, zwei, drei, vier, eins...", gibt Profi Lars den Takt vor. "Viervierteltakt ist eine gute Übung für Anfänger", weiß der Musiker. "Schön gleichmäßig mit lockerem Schlackerarm schlagen", lauten die Anweisungen für Victor. Die Augen des Kleinen glänzen. "Das ist richtig gut", versichert er nach einer Viertelstunde. "Man kann alles ausprobieren." Als nächstes will er sich die Gitarre genauer ansehen.

Ronald Thiele grinst. Er ist zufrieden. "Das ist die Zielgruppe, die wir erreichen wollen." Klar, mit ein paar mehr Interessenten hätte er gerechnet. Aber was nicht ist, könne noch werden. Gestern stoppte der Bus in Trampe. Am morgigen Sonnabend rockt das Team ab 13 Uhr die Bushaltestelle Zerpenschleuse.

Quelle: Märkische Oderzeitung; www.moz.de

 
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